Vergleich vs. Gleichsetzung – Warum Vergleiche wichtig sind

Wenn es um den Nahostkonflikt geht, wird oft gesagt: „Das darfst Du nicht vergleichen!“ Besonders bei sensiblen Themen wie Kriegsverbrechen oder Völkermord wird schnell behauptet, dass ein Vergleich automatisch eine Gleichsetzung sei. Doch das ist falsch. Vergleiche sind essenziell, um Parallelen und Unterschiede zu erkennen – ohne sie wäre eine sinnvolle Analyse gar nicht möglich.

Ich möchte Dir hier erklären, warum Vergleiche wichtig sind, warum sie nicht automatisch eine Gleichsetzung bedeuten und warum die Redewendung „Du sollst Äpfel nicht mit Birnen vergleichen!“ gegen jede Logik spricht. 

1. Was ist ein Vergleich?

Ein Vergleich bedeutet, dass zwei Dinge nebeneinandergestellt werden, um Ähnlichkeiten und Unterschiede zu analysieren. Ein Vergleich erkennt an, dass es Parallelen gibt, aber auch wesentliche Unterschiede. 

🔹 Beispiel: „Das Vorgehen Israels in Gaza weist Parallelen zu anderen Kriegen auf.“ → Hier wird eine Ähnlichkeit festgestellt, aber nicht behauptet, dass es genau dasselbe ist. 

Vergleiche helfen uns, Muster zu erkennen, aus der Geschichte zu lernen und komplexe Zusammenhänge besser zu verstehen. 

2. Was ist eine Gleichsetzung?

Eine Gleichsetzung bedeutet, dass zwei Dinge als identisch oder gleichwertig dargestellt werden, ohne Unterschiede zu berücksichtigen. 

🔹 Beispiel: „Das, was Israel in Gaza tut, ist genau dasselbe wie die Shoah.“ → Hier wird behauptet, dass beide Ereignisse identisch sind, was historisch und kontextuell problematisch ist. 

Eine Gleichsetzung ignoriert Unterschiede und kann zu falschen Schlussfolgerungen führen. 

3. Warum sind Vergleiche wichtig?

Ohne Vergleiche könnten wir keine Muster erkennen und keine sinnvollen Analysen durchführen. Vergleiche helfen uns, zu verstehen: 
Welche Parallelen es zwischen verschiedenen Kriegen gibt
Welche Unterschiede entscheidend sind
Welche historischen Lehren wir ziehen können

Gerade im Nahostkonflikt ist es wichtig, Vergleiche zu ziehen, um zu erkennen, ob: 
Kriegsverbrechen begangen werden
Völkermordgefahr besteht
Menschenrechte verletzt werden

Ein Vergleich bedeutet nicht, dass zwei Dinge gleich sind – sondern dass wir sie untersuchen, um Gemeinsamkeiten und Unterschiede herauszuarbeiten. 

4. Nahostkonflikt: Welche Vergleiche sind legitim?

Vergleich von Kriegsverbrechen – Gewalt gegen Zivilist:innen, gezielte Angriffe auf Infrastruktur. 
Hinweis auf ethnische Säuberungen – Vertreibung und systematische Zerstörung palästinensischer Gebiete. 
Vergleich mit anderen historischen Konflikten – Um zu verstehen, welche Muster sich wiederholen. 

Gleichsetzung mit der Shoah – Die Shoah war ein systematischer, industriell organisierter Völkermord mit dem Ziel der vollständigen Vernichtung der jüdischen Bevölkerung. 
Israel als „Nazi-Staat“ bezeichnen – Relativiert die Shoah und ist eine gezielte Provokation. 

5. „Du sollst Äpfel nicht mit Birnen vergleichen!“ – Warum das Unsinn ist

Diese Redewendung wird oft benutzt, um Vergleiche abzulehnen. Doch sie widerspricht jeder Logik. 

Denn: Natürlich kann man Äpfel mit Birnen vergleichen!
– Beide sind Obst. 
– Beide wachsen an Bäumen. 
– Beide enthalten Vitamine. 
– Beide haben Unterschiede in Geschmack, Form und Konsistenz. 

Ein Vergleich bedeutet nicht, dass zwei Dinge identisch sind – sondern dass wir ihre Gemeinsamkeiten und Unterschiede analysieren. Genau das ist der Sinn eines Vergleichs! 

6. Fazit – Warum Vergleiche erlaubt sein müssen

Vergleiche sind essenziell, um Parallelen und Unterschiede zu erkennen.
Ohne Vergleiche könnten wir keine sinnvolle Analyse durchführen.
Vergleiche sind nicht automatisch Gleichsetzungen.
Die Redewendung „Du sollst Äpfel nicht mit Birnen vergleichen!“ ist Unsinn.

Vergleiche helfen uns, aus der Geschichte zu lernen und aktuelle Konflikte besser zu verstehen. Deshalb müssen sie erlaubt sein – gerade im Nahostkonflikt. 

Was denkst Du darüber? Lass es mich wissen!

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