Ich habe in letzter Zeit wieder öfter erlebt, wie sich rechtsradikale Stimmen im Netz über „Diskriminierung“ beklagen. Sie werden blockiert, ausgeladen, ignoriert – und plötzlich ist das Geschrei groß. Da wird von „Cancel Culture“ gesprochen, von Meinungsunterdrückung und angeblicher Zensur. Und ich sitze da, lese diese Kommentare und denke mir: Moment mal – ist das nicht genau die Art von Ausgrenzung, die sie selbst befürworten?
🧠 Doppelmoral in Reinform
Rechtsradikale fordern Abschiebungen, Ausschlüsse, Sonderrechte für „die Eigenen“ und weniger Rechte für „die Anderen“. Sie wollen bestimmen, wer dazugehört und wer nicht. Doch sobald sie selbst ausgeschlossen werden – sei es durch eine Blockliste, eine Absage oder eine kritische Reaktion – fühlen sie sich plötzlich als Opfer. Das ist nicht nur paradox, sondern auch zutiefst unehrlich.
Ich habe kein Problem damit, Menschen zu blockieren, die Hass verbreiten. Im Gegenteil: Die Blockliste ist für mich ein Werkzeug der digitalen Selbstverteidigung. Sie schützt mich vor toxischen Kommentaren, vor Hetze, vor Angriffen. Und wenn jemand meint, er habe ein „Recht“ darauf, mir seine menschenverachtenden Ansichten aufzudrängen, dann muss ich sagen: Nein, hast Du nicht.
🛡️ Blocken ist keine Zensur
Lass uns das mal klarstellen: Wenn ich jemanden blockiere, dann nehme ich ihm nicht seine Meinungsfreiheit. Ich entziehe ihm lediglich den Zugang zu meinem digitalen Raum. Das ist ein Unterschied, den viele nicht verstehen – oder nicht verstehen wollen.
Meinungsfreiheit bedeutet, dass Du sagen darfst, was Du denkst, ohne staatliche Repression. Sie bedeutet aber nicht, dass Du ein Anrecht darauf hast, gehört zu werden. Und schon gar nicht, dass Du ein Anrecht darauf hast, in meinen Kommentarspalten zu hetzen.
Wenn ich blockiere, dann ist das keine Zensur. Es ist Selbstschutz. Es ist ein Statement: Ich will mit Dir nicht diskutieren, weil Du nicht diskutieren willst – Du willst dominieren.
🤔 Warum die Empörung trotzdem kommt
Die Empörung über Blocklisten und Ausschlüsse kommt oft von denen, die selbst andere ausschließen wollen. Das ist die Ironie an der Sache. Wer Abschiebung fordert, sollte sich nicht wundern, wenn er selbst „abgeschoben“ wird – in die digitale Bedeutungslosigkeit.
Aber warum regen sich diese Leute so auf? Ich glaube, es hat mit Macht zu tun. Rechte Rhetorik lebt davon, laut zu sein, präsent zu sein, Angst zu machen. Wenn Du ihnen die Bühne entziehst, verlieren sie Einfluss. Und das kratzt am Ego.
Viele dieser Menschen sind nicht daran interessiert, gehört zu werden – sie wollen dominieren. Sie wollen bestimmen, wer sprechen darf und wer schweigen muss. Wenn sie selbst zum Schweigen gebracht werden, auch nur in einem kleinen digitalen Raum, dann bröckelt ihr Selbstbild.
📱 Digitale Räume sind keine öffentlichen Plätze
Ein weiterer Punkt, den ich oft höre, ist: „Aber das Internet ist doch ein öffentlicher Raum!“ Nein, ist es nicht. Soziale Netzwerke sind Plattformen mit Nutzungsbedingungen. Mein Profil ist mein Raum. Mein Feed ist meine Bühne. Und ich entscheide, wer dort sprechen darf.
Wenn Du in mein Wohnzimmer kommst und anfängst, rassistische Parolen zu brüllen, dann fliegst Du raus. Ganz einfach. Warum sollte das im digitalen Raum anders sein?
Ich bin nicht verpflichtet, Dir eine Plattform zu bieten. Niemand ist das. Und wenn Du meinst, Du wirst „diskriminiert“, weil Du nicht überall Deine Meinung sagen darfst, dann solltest Du mal darüber nachdenken, was Du unter Diskriminierung verstehst.
🧩 Die harmlose Variante der Ausgrenzung
Was ich besonders absurd finde: Die Empörung über Blocklisten ist die harmlose Variante der Ausgrenzung, die Rechte selbst fordern. Niemand wird durch eine Blockliste entrechtet. Niemand verliert seinen Job, seine Wohnung, seine Staatsbürgerschaft. Es ist einfach nur ein Klick – und Du bist weg aus meinem digitalen Sichtfeld.
Und trotzdem ist die Reaktion oft übertrieben. Da wird von „digitaler Säuberung“ gesprochen, von „Meinungsdiktatur“. Dabei ist es einfach nur ein Mensch, der sagt: „Ich will Dich nicht in meinem Leben haben.“ Das ist kein Verbrechen. Das ist Selbstbestimmung.
🧠 Warum ich blockiere – und warum Du das auch tun solltest
Ich blockiere nicht aus Bequemlichkeit. Ich blockiere aus Prinzip. Ich will keine Plattform für Hass sein. Ich will nicht, dass mein Profil zur Bühne für menschenverachtende Ideologien wird. Und ich will mich nicht ständig rechtfertigen müssen, warum ich Vielfalt, Gleichberechtigung und Respekt wichtig finde.
Wenn Du ähnliche Erfahrungen machst, dann kann ich Dir nur raten: Nutze die Blockfunktion. Sie ist kein Zeichen von Schwäche, sondern von Stärke. Du musst Dich nicht mit jedem streiten. Du musst nicht jede Meinung ertragen. Du darfst Grenzen setzen.
Gerade als Mann bekomme ich manchmal zu hören, ich solle „mehr aushalten“, „mich nicht so anstellen“. Aber das ist Unsinn. Stärke bedeutet nicht, alles zu ertragen. Stärke bedeutet, sich zu schützen, wenn es nötig ist.
🔄 Die Umkehrung der Diskriminierung
Was Rechte oft nicht verstehen: Wenn sie selbst diskriminieren wollen, dann müssen sie auch damit leben, diskriminiert zu werden – zumindest im Sinne von Ausschluss. Wer andere ausgrenzen will, darf sich nicht wundern, wenn er selbst ausgegrenzt wird.
Das ist keine Rache. Das ist Konsequenz.
Ich will niemanden entrechten. Ich will niemandem seine Meinung verbieten. Aber ich will auch nicht gezwungen werden, sie mir anzuhören. Und ich will nicht, dass mein digitaler Raum zur Bühne für Hass wird.
💬 Was Du daraus mitnehmen kannst
Wenn Du das Gefühl hast, dass Du Dich ständig rechtfertigen musst, weil Du blockierst, dann denk daran: Du bist nicht allein. Viele Menschen erleben das. Und viele Menschen setzen sich aktiv dafür ein, dass digitale Räume sicherer werden.
Du hast das Recht, Dich abzugrenzen. Du hast das Recht, Nein zu sagen. Und Du hast das Recht, Deine digitale Umgebung so zu gestalten, wie es für Dich gesund ist.
Blocken ist kein Zeichen von Schwäche. Es ist ein Zeichen von Selbstachtung.
🧭 Fazit: Wer Hass sät, darf sich über Gegenwind nicht wundern
Am Ende bleibt für mich eine einfache Wahrheit: Wer andere ausschließen will, muss damit leben, selbst ausgeschlossen zu werden. Wer Hass verbreitet, darf sich nicht wundern, wenn er auf Ablehnung stößt. Und wer sich über eine Blockliste beschwert, sollte sich fragen, warum er überhaupt darauf gelandet ist.
Ich werde weiter blockieren. Ich werde weiter Grenzen setzen. Und ich werde weiter dafür einstehen, dass digitale Räume frei von Hass bleiben.
Denn das ist keine Zensur. Das ist Verantwortung.