Antifaschistische Aktion: Warum ich mich gegen Faschismus stelle – und Du das auch solltest

Ich bin kein Historiker, aber ich bin ein Mensch, der nicht wegschaut. Wenn ich über die Geschichte der Antifaschistischen Aktion schreibe, dann nicht aus akademischer Distanz, sondern aus persönlicher Überzeugung. Ich glaube, dass wir heute mehr denn je verstehen müssen, woher antifaschistisches Engagement kommt, was es bedeutet – und warum es für mich als Bürger, als Mensch relevant ist. Vielleicht findest Du Dich in meinen Gedanken wieder. Vielleicht widersprichst Du mir. Beides ist willkommen.

Was ist die Antifaschistische Aktion?

Die Antifaschistische Aktion – oft einfach „Antifa“ genannt – ist keine Partei, keine zentrale Organisation, kein Verein mit Mitgliedsausweis. Sie ist eine politische Bewegung, ein Netzwerk, ein Symbol für Widerstand gegen Faschismus, Rassismus und autoritäre Ideologien. Ihre Ursprünge liegen in der Weimarer Republik, genauer gesagt im Jahr 1932, als die Kommunistische Partei Deutschlands (KPD) die Antifaschistische Aktion ins Leben rief. Damals war das Ziel klar: den Vormarsch der Nationalsozialist:innen stoppen, bevor es zu spät ist.

Zu spät wurde es trotzdem. Aber der antifaschistische Gedanke hat überlebt – in Exilgruppen, in Widerstandskreisen, in der Erinnerung an jene, die sich nicht gebeugt haben.

Warum ich mich mit der Geschichte beschäftige

Ich bin ein Mann, der sich für gesellschaftliche Gerechtigkeit interessiert. Ich schreibe, ich diskutiere, ich besuche Workshops. Aber ich bin auch jemand, der sich fragt: Wie konnte es passieren, dass Millionen Menschen einem faschistischen System folgten? Wie konnte eine Demokratie so schnell kippen? Und was bedeutet das für uns heute?

Die Geschichte der Antifaschistischen Aktion ist für mich nicht nur ein Kapitel im Geschichtsbuch. Sie ist ein Spiegel. Sie zeigt, wie schnell sich politische Gewalt normalisieren kann, wie gefährlich es ist, wenn Demokrat:innen sich spalten – und wie wichtig es ist, klare Haltung zu zeigen.

Die Gründung 1932: Ein verzweifelter Versuch

Am 10. Juli 1932 rief die KPD zur Gründung der Antifaschistischen Aktion auf. Die Idee war, eine Einheitsfront aller Arbeiter:innen gegen den Faschismus zu schaffen – also auch Sozialdemokrat:innen, Gewerkschafter:innen, Parteilose. Doch die Spaltung zwischen KPD und SPD war tief. Statt gemeinsam gegen die NSDAP zu kämpfen, bekämpften sich die linken Parteien oft gegenseitig.

Ich finde das tragisch. Denn während die Nazis ihre Macht ausbauten, marschierten viele Demokrat:innen getrennt. Die Antifaschistische Aktion versuchte, dem etwas entgegenzusetzen – mit Demonstrationen, Flugblättern, Selbstschutzgruppen. Aber sie war zu spät dran, zu isoliert, zu sehr in ideologischen Grabenkämpfen verfangen.

Symbolik und Selbstverständnis

Das berühmte Logo – zwei rote Fahnen in einem Kreis – steht für den Zusammenschluss von Kommunist:innen und Sozialist:innen. Später wurde es von autonomen Gruppen verändert: eine rote und eine schwarze Fahne symbolisieren heute oft den Schulterschluss von Sozialismus und Anarchismus.

Für mich ist dieses Symbol mehr als ein Aufkleber auf Laternen oder ein Banner bei Demos. Es ist ein Zeichen dafür, dass Menschen sich organisieren, wenn sie sehen, dass etwas falsch läuft. Dass sie sich nicht mit Hass, Ausgrenzung und autoritärer Gewalt abfinden.

Antifaschismus nach 1945: Zwischen Staatsdoktrin und Graswurzelbewegung

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde „Antifaschismus“ in der DDR zur offiziellen Staatsideologie. Die SED inszenierte sich als antifaschistische Kraft, obwohl sie selbst autoritäre Strukturen aufbaute. In der Bundesrepublik hingegen wurde Antifaschismus lange Zeit marginalisiert – als Sache von Altkommunist:innen oder radikalen Linken.

Erst in den 1980er Jahren formierten sich neue Antifa-Gruppen – oft aus der autonomen Szene, manchmal aus Gewerkschaften oder kirchlichen Kreisen. Sie reagierten auf das Wiedererstarken rechter Gewalt, auf Neonazi-Aufmärsche, auf rassistische Anschläge wie in Mölln, Solingen oder Rostock-Lichtenhagen.

Ich war damals – altersbedingt – noch nicht aktiv, aber ich kenne die Bilder. Und ich weiß: Ohne antifaschistische Gegenwehr wären viele dieser Aufmärsche unwidersprochen geblieben.

Was bedeutet Antifaschismus heute?

Heute ist „Antifa“ ein umkämpfter Begriff. Rechte Politiker:innen benutzen ihn, um linke Aktivist:innen zu diffamieren. Medien berichten oft verzerrt – als wäre Antifaschismus gleichbedeutend mit Gewalt oder Extremismus. Dabei ist das Gegenteil der Fall: Antifaschismus ist der Versuch, Gewalt zu verhindern. Die Gewalt, die von Faschist:innen ausgeht. Die Gewalt, die sich gegen Minderheiten richtet. Die Gewalt, die Demokratien zerstört.

Ich sehe mich als Teil dieser Bewegung, auch wenn ich keiner Gruppe angehöre. Ich schreibe, ich spreche, ich widerspreche. Ich versuche, Räume zu schaffen, in denen Menschen sich austauschen können – ohne Angst, ohne Ausgrenzung.

Kritik und Selbstkritik

Natürlich gibt es auch innerhalb der Antifa problematische Tendenzen. Dogmatismus, mangelnde Diskussionskultur, gelegentliche Gewalt gegen Sachen oder Menschen. Ich finde es wichtig, das nicht zu verschweigen. Antifaschismus darf nicht selbst autoritär werden. Er muss offen bleiben, pluralistisch, selbstkritisch.

Ich habe in Workshops erlebt, wie wichtig es ist, zuzuhören – auch denen, die unsicher sind, die Fragen stellen, die nicht sofort „linksradikal“ sein wollen. Antifaschismus ist kein exklusiver Club. Er ist eine Haltung, die viele teilen können – wenn wir sie verständlich machen.

Was Du tun kannst

Vielleicht fragst Du Dich, was das alles mit Dir zu tun hat. Du bist keine Politiker:in, keine Aktivist:in, kein:e Historiker:in. Aber Du bist Teil dieser Gesellschaft. Und Faschismus beginnt nicht mit Uniformen und Fackelmärschen. Er beginnt mit Sprache. Mit Ausgrenzung. Mit dem Schweigen, wenn andere angegriffen werden.

Du kannst widersprechen, wenn jemand rassistische Witze macht. Du kannst Dich informieren, wenn rechte Parolen kursieren. Du kannst Dich engagieren – in Initiativen, in Gesprächen, in Deinem Alltag.

Antifaschismus ist kein Beruf. Er ist eine Entscheidung.

Mein persönlicher Zugang

Ich bin ein Mann, der sich oft fragt, wie ich meine Stimme sinnvoll einsetzen kann. Ich schreibe Texte wie diesen, weil ich glaube, dass Worte etwas bewegen können. Ich besuche Workshops, weil ich hoffe, dass Menschen sich dort begegnen – jenseits von Ideologie und Angst.

Ich bin nicht perfekt. Ich habe auch schon geschwiegen, wo ich hätte reden sollen. Aber ich lerne. Und ich will, dass wir gemeinsam lernen.

Fazit: Antifaschismus als Haltung

Die Geschichte der Antifaschistischen Aktion zeigt, wie wichtig es ist, früh zu reagieren. Sie zeigt, dass Spaltung gefährlich ist. Und sie zeigt, dass Widerstand möglich ist – auch unter schwierigsten Bedingungen.

Für mich ist Antifaschismus keine Mode, kein Label, kein Lifestyle. Er ist eine Haltung, die ich versuche zu leben. In meinen Texten, in meinen Gesprächen, in meinem Alltag.

Und vielleicht – hoffentlich – inspiriert Dich dieser Text dazu, Deine eigene Haltung zu finden. Denn Faschismus ist keine Meinung. Er ist ein Angriff auf die Menschlichkeit. Und Menschlichkeit braucht Dich.

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