Warum ich mich mit Brian aus Das Leben des Brian identifiziere

Es gibt Figuren in der Popkultur, die man nicht auswählt, weil sie besonders heroisch, besonders klug oder besonders außergewöhnlich sind. Man wählt sie, weil sie einem einen Spiegel vorhalten – manchmal einen unbequemen, manchmal einen komischen, manchmal einen, der einen gleichzeitig zum Lachen und zum Seufzen bringt.
Für mich ist diese Figur Brian.

Brian, der Antiheld wider Willen.
Brian, die Person, die einfach nur ihr Leben leben wollte.
Brian, die in Situationen stolpert, die sie nie gesucht hat.
Brian, die von Menschen benutzt, geschoben, gezogen und missverstanden wird.
Brian, die am Ende alleine hängt, obwohl sie eigentlich nur einmal etwas für sich wollte.

Und genau da erkenne ich mich wieder.

Die Kunst, ohne Plan durchs Leben zu stolpern

Ich habe selten einen Plan, wie ich in bestimmte Situationen geraten bin. Ich wache nicht morgens auf und denke: „Heute lasse ich mich mal wieder in eine völlig absurde Lage manövrieren.“
Aber irgendwie passiert es trotzdem.

Menschen nutzen mich aus, stellen mich dahin, wo sie mich brauchen, und ich merke oft erst hinterher, dass ich eigentlich gar nicht gefragt wurde. Ich bin einfach da, funktioniere, helfe, mache, tue – und wenn ich dann einmal etwas brauche, ist die Kulisse plötzlich leer. Die Statist:innen sind verschwunden, die Menge hat sich aufgelöst, und ich stehe da wie Brian am Ende des Films:
„Äh… Leute? Hallo?“

Die unfreiwillige Hauptrolle im falschen Film

Der einzige Unterschied zu Brian:
Ich werde vermutlich nie der Mittelpunkt eines religiösen Hypes.
Kein Chor wird für mich singen, keine Menschenmassen werden mir hinterherlaufen, und niemand wird mich mit einem Messias verwechseln.
Was vielleicht auch besser ist.

Aber dieses Gefühl, plötzlich im Mittelpunkt eines Dramas zu stehen, das man nicht geschrieben hat – das kenne ich.
Dieses Gefühl, dass andere Menschen eine Geschichte um einen herum bauen, während man selbst nur versucht, nicht über die Requisiten zu stolpern – das kenne ich auch.

Warum das trotzdem etwas Gutes ist

Brian ist keine Figur, die man bewundert.
Er ist eine Figur, die man versteht.

Er zeigt, wie absurd das Leben sein kann, wie schnell man in Rollen gedrängt wird, die man nie wollte, und wie wenig Kontrolle man manchmal über die eigene Geschichte hat.
Und trotzdem bleibt er menschlich.
Trotzdem bleibt er er selbst.
Trotzdem versucht er, das Richtige zu tun – auch wenn alles um ihn herum explodiert.

Vielleicht ist das die eigentliche Identifikation:
Nicht das Chaos, nicht die Überforderung, nicht die Ungerechtigkeit.
Sondern die Tatsache, dass man trotz allem versucht, ein guter Mensch zu bleiben.

Fazit

Ich bin kein Messias.
Ich bin einfach nur ein sehr enttäuschter Junge, der versucht, durch ein Leben zu navigieren, das manchmal mehr Monty Python ist, als mir lieb ist.

Aber vielleicht ist das okay.
Vielleicht ist es sogar tröstlich.
Denn wenn Brian eines gezeigt hat, dann das:
Man kann im größten Chaos stehen, völlig überfordert sein, von allen missverstanden werden – und trotzdem man selbst bleiben.

Und manchmal reicht das.

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